Herzlich Willkommen auf  Zorros Homepage!

 

Ich bin Barbara und erzähle euch hier von meinem Kater Zorro, der an Diabetes erkrankte und allerlei Wissenswertes rund um Katzendiabetes.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie hilflos man anfangs dieser Diagnose beim eigenen Tier gegenüber steht. Die meisten Katzenhalter wissen vorher gar nicht, dass Katzen überhaupt Diabetes bekommen können und wenn der Tierarzt dann noch sagt, man müsse seinem Tier täglich Insulinspritzen geben, halten manche das für Quälerei und bezweifeln den Sinn einer solchen Behandlung.

Ich möchte euch den Einstieg in die Thematik erleichtern und Mut machen, eurem zuckerkranken Tier diese Behandlung zukommen zu lassen. Es sieht auf den ersten Blick schwieriger aus als es wirklich ist und es lohnt sich: diabetische Katzen können auch ein hohes Alter erreichen und oft zieht sich der Diabetes vollständig zurück (Remission).

Das passierte mit Zorro, nachdem ich mich - durch seine Erkrankung motiviert - im Internet informierte und die Sache selbst in die Hand nahm. Ich recherchierte über Futterzusammensetzungen und Insulinwirkprofile, tauschte mich mit anderen betroffenen Katzenhaltern aus und testete regelmäßig seinen Blutzucker zuhause. Mein Leben richtete sich plötzlich nach Zorro und von einigen Bekannten und Familienmitgliedern wurde ich belächelt ob soviel Fürsorge. Das Ergebnis war, dass Zorro danach fast fünf Jahre lang  keine Insulinspritze mehr brauchte und über 17 Jahre alt wurde.

Die folgenden Seiten zeigen euch den Weg, das Beste aus der Diagnose Diabetes für euch und eure Katze zu machen - gehen müsst ihr ihn selbst, also verliert keine Zeit und lest gleich weiter.

 

 

 

 

Meine Katzen

Auf die Katz' gekommen

Meine erste Katze hatte ich im Grundschulalter, sie war die Familienkatze und kam als Kitten zu uns. Mohrchen, eine schwarz-weiße Hauskatze, habe ich abgöttisch geliebt. Sie war Freigängerin und ging regelrecht mit mir spazieren, auf einen bestimmten Pfiff hin kam sie angelaufen und hielt sich sonst in einem Abstand von zwei Metern neben mir, bis ich ihre Reviergrenze überschritten hatte. Durch die Katzenklappe brachte sie jede Menge Katzenkumpel mit ins Haus zum Leidwesen meiner Eltern. Mohrchen war so höflich, dass sie fremde Kater in ihrem Körbchen schlafen ließ und selbst auf dem Boden (oder in den Kinderbetten) lag. Leider wurde sie recht jung überfahren und meine Trauer um sie war sehr groß. Schon damals wuchs mein Wunsch nach kätzischer Begleitung, auf die ich aber noch einige Jahre warten sollte, da es nach Mohrchen keine Familienkatze mehr gab.

Der Zufall brachte dann Jahre später Lisa zu mir. Sie wurde von meiner Schwester aus dem Tierheim Essen geholt, benahm sich aber sehr merkwürdig, war agressiv und unberechenbar und es drohte die Rückkehr ins Tierheim. Mir war diese Katze zwar auch nicht ganz geheuer, aber sie wieder ins Tierheim zu geben, wo man sie doch vorher daraus rettete, das konnte ich nicht gutheißen. Also zog Lisa bei mir ein, ich hatte mir gerade eine eigene Wohnung eingerichtet und sehnte mich ja sowieso nach einer Katze. Anfangs behandelte ich sie wie einen Gast, ließ sie in Frieden und bedrängte sie nicht. Sie taute immer mehr auf und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Schmusekatze, die auch sehr beleidigt auf meine Abwesenheit reagieren konnte. Sie muss eine schlimme Vergangenheit gehabt haben, denn auf Schreien und spaßhaftes Rumgehüpfe reagierte sie immer agressiv, als fühlte sie sich dadurch bedroht. Einmal hatte ich mir schlimm den Zeh gestoßen und vor Schmerz geschrien, da fiel sie mich an, so dass ich mich mit schmerzendem Zeh und zusätzlich zerbissener Wade vor ihr ins Bad flüchtete. Als ich mich nach ein paar Minuten wieder heraus traute, strich sie mir schnurrend um die Beine, als ob nichts gewesen sei. Trotz dieser Macke "konnten wir sehr gut miteinander" und sie hat mir elf wunderbare Jahre lang ihr Schnurren geschenkt, bis sie an chronischer Niereninsuffiziens erkrankte und daran im Verlauf zweier Jahre starb. Wie alt sie genau wurde weiß ich bis heute nicht. Ich vermisse noch immer ihre spezielle Zärtlichkeit.

Zwei Freunde sollt ihr sein

Als sich Lisa bei mir eingelebt hatte, dachte ich, dass eine zweite Katze zur Gesellschaft für sie schön wäre. Da sie schon sehr schwierig war, sollte es eine junge Katze sein, mit der sie sich hoffentlich vertragen würde. Also rief ich im Tierheim und beim Katzenschutzbund an und kam so zu Zorro, dessen gesamter Wurf mitsamt kranker Mutter auf einer Pflegestelle in Bochum saß.  Ich habe mir von den noch nicht reservierten Kitten den "ängstlichen" Kater ausgesucht und durfte ihn dann beim nächsten Besuch, als er neun Wochen alt war, mitnehmen. Da kam ich nun glückselig strahlend nach Hause mit einer Handvoll Kater und alles wurde anders als erwartet. Lisa hegte überhaupt keine Muttergefühle für das kleine Fellknäuel und Zorro war ihr gegenüber alles andere als ängstlich. So wurde Zorro also von der unsozialen Lisa groß gezogen, die besonders vor und noch eine Weile nach seiner Kastration von unliebsamen "Aufreiten" belästigt wurde und nun einen neuen Futterkonkurrenten hatte. Auch wenn sie sich nicht liebten, lagen sie später doch oft aneinandergekuschelt zusammen auf dem Bett oder Sofa und ich denke, für die beiden Tiger war es schöner als allein zu sein. Zorro liebte ausgiebige Spaziergänge auf dem Dach und war auch dreimal verschollen, zweimal wohl versehentlich eingesperrt und einmal musste ich ihn mittels einer Katzenfalle wieder im Hof aufgabeln, wie er dort hingekommen ist weiß ich nicht, er war zum Glück unverletzt.

Als Zorro zehn Jahre alt war verstarb Lisa und er zeigte seine Trauer durch Futterverweigerung. Wir beschlossen schon nach einer Woche uns im Tierheim Essen nach einer neuen Gefährtin für ihn umzusehen. Das war zwar ziemlich früh, aber ich hatte gerade Zeit für eine Katzenzusammenführung und das würde nicht von langer Dauer sein. Im Tierheim gab es keine geeignete Wohnungskatze und eine ganz junge sollte es auch nicht sein, doch dann sahen wir Moritz. Ganz verschüchtert saß er allein in einem Raum und sah sehr lieb und sanft aus. Ich hatte Bedenken, ob sich zwei Kater vertragen würden, Moritz war schon fünf Jahr alt und wurde nach Auskunft der Katzenpflegerin von seinem eigenen Bruder verstoßen, mit dem er aufgewachsen war. Einmal war er schon aus dem Tierheim abgeholt und nach einer Woche zurück gebracht worden. Nach erstem "Beschnuppern" im Tierheim und einer darüber geschlafenen Nacht holten wir Moritz dann am nächsten Tag zu uns nach Hause. Er machte schon beim Einpacken in den Kennel ein Geschrei, das wir bis vor das Tierheim hörten, und damit begann meine Erfahrung mit gesprächigen Katzen.

Katerkämpfe

Moritz scheint einen Siameinfluß zu haben, denn er artikuliert in einer sehr lauten und durchdringenden Tonlage sehr oft gegenüber Menschen, Katzen, Vögeln am Fenster und verschlossenen Türen. Als Zorro ihn sah, fauchte er und versteckte sich. Es folgte eine anstrengende Zeit mit Rang- und Revierkämpfen, aus denen immer ein anderer Sieger hervorging. Wir beschränkten unser Eingreifen auf die ganz extremen Situationen, in denen das Geschrei groß war und die Fellbüschel nur so herum flogen. Es dauerte mehrere Jahre und zwei Umzüge, bis endlich wirklich Frieden zwischen den beiden herrschte und man sie auch mal aneinandergekuschelt oder wenigstens nebeneinander liegen sah. Moritz war auch uns gegenüber manchmal agressiv und unberechenbar, er konnte Nähe von einer Sekunde zur anderen nicht mehr ertragen und biss die Hand, die ihn gerade noch streicheln durfte. Auch wird er bis heute von Alpträumen gequält, er wacht jankend auf und muss wie ein Baby beruhigt werden. Heute freuen wir uns, wenn er sich zu uns auf die Couch kuschelt und von Zorro geköpfelt wird. Zorro hat seine Position als Alphakater gefestigt und Raufereien sind nur noch spielerischer Natur. Wir sind froh, dass wir trotz aller Schwierigkeiten Moritz bei uns behalten haben und er endlich angekommen ist. Es war nicht nur schwierig, weil die beiden Kater sich nicht vertragen wollten, sondern auch weil Zorro ungefähr nach einem Jahr sehr krank wurde: er bekam Diabetes. Diesen behandelten wir acht Monate und danach war Zorro wieder der Alte. Er hat bis zum Schluß seine Chefposition gegenüber Moritz verteidigt.

Ein Friedensengel

Nachdem Zorro leider eingeschläfert werden musste, kam kurze Zeit später Pfefferminzia zu uns. Auch sie entstammte wie Moritz dem Raum G8 des Essener Tierheims und saß dort mit ihren vier Monaten allein wegen Oxalat-Kristallen und einem positiven Coronaviren-Titer. Sie war so scheu, dass sie die ersten zwei Wochen unter der Couch lebte und ließ sich auch danach nur zögerlich von Menschen berühren. Die Kristalle wurde sie schnell los und entwickelte sich gut.  Mit Moritz schlief sie später zusammen in einem Körbchen und ging jedem Streit aus dem Weg. Moritz konnte endlich der König sein und Pefferminzia, deren Name von Vevi dann aufgrund ihrer minimalen Laute zu Mimi überging, seine Principessa. Sie muss ihr Schicksal gekannt haben, wenn sie uns oft mit diesem Blick eines Uhus - als hätte sie alle Weisheiten dieser Welt erkannt und wäre hunderte Jahre alt - anschaute. Das Glück schien vollkommen, bis Mimi nach zwei Jahren anfing schwer zu atmen und beim Tierarzt ganz plötzlich an ungeklärter Ursache verstarb. Ihr kleines Herz überlebte den Stress der Untersuchung nicht und hörte einfach auf zu schlagen. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass bereits ein Wurfgeschwister früh einer trockenen FIP erlegen ist. Moritz hat wie wir seine kleine Fee sehr vermisst, und so nahmen wir einige Wochen später Kontakt zu einer privaten Pflegestelle auf, die zwei ältere Katzendamen zu vermitteln hatte.

Der Neuanfang

Für Moritz sollte die neue Gefährtin nicht zu ängstlich und schwach sein, wie Mimi es gewesen ist, da Moritz sonst Gefahr läuft zu übermütig und zum Unterdrücker zu werden. Schnell kristallisierte sich heraus, dass Kitca das passende Selbstbewusstein und die richtige Statur mitbrachte, um Moritz' Launen etwas entgegenzusetzen. Mit ihren zehn Jahren soll sie bei uns ihr letztes Zuhause bekommen. Anfangs war Moritz sehr beeindruckt von ihrer Größe, hat aber dann allmählich Zutrauen gefasst und seine Angst vor ihr verloren. Kitca ist eine sehr verschmuste und liebe Katzendame, die weiß, wann sie besser geht und die aus vollem Herzen ihr neues Zuhause genießt. Wir sind sehr froh, sie bei uns haben zu dürfen.

 

Fotos

 

Das sind Mohrle, genannt Mohrchen, und ich 1976. Wir haben sie als Kitten bekommen, aber ich weiß nicht, wie alt sie auf dem Foto ist. Ich war sieben Jahre alt.

 

 

Hier  sind wir 1978 zusammen im Garten.

 

 

Das ist Lisa, meine zweite Katze bzw. meine erste eigene.

 

 

Nochmal Lisa, die ursprünglich Elsa hieß und Lieschen gerufen wurde. Ich hatte sie elf Jahre, ihr Alter wurde vom Tierheim damals auf drei Jahre geschätzt.

 

 

Das ist Zorro als Kitten, ihn habe ich mit neun Wochen bekommen. Das war eigentlich zu früh, um von der Mutter getrennt zu werden, wahrscheinlich nuckelte er deshalb so gerne an seinem Schwänzchen.

 

 

Hier sieht man ihn mit 14 Jahren.Seinen Namen hatte ich so ausgesucht, damit er sich deutlich von Lisa unterscheidet (verschiedene Vokale). Mit dem Filmhelden hat er nur seine berüchtigten Kratzer in Z-Form gemeinsam.

 

 

Das ist Moritz bei seiner Lieblingsbeschäftigung. Meistens liegt er aber unter der Decke oder auf seinem geliebten Kachelofen. Im Sommer verbringt er den größten Teil des Tages auf dem Balkon.

 

 

Moritz kam mit fünf Jahren aus dem Tierheim zu uns. Damals hatte er die Angewohnheit, an allen glatten Flächen wie wild zu kratzen, so dass seine Krallen fast nicht mehr vorhanden waren. Das war wohl ein Tierheim-"Tick", der zum Glück vergangen ist. Er ist ein sehr sensibler Kater, unser "Seelchen".

 

 

Hier schlafen Moritz und Mimi zusammen in einem Körbchen. Die Vordere ist Mimi. 

 

 

Unsere liebe kleine Mimi, die leider viel zu früh sterben musste.

 

 

Hier sieht man unsere wunderschöne Kitca. Sie ist trotz ihrer Statur flink wie ein Wiesel und sehr kräftig. Zehn Jahre lebte sie mit einer anderen Katzendame zusammen, bis ihr Frauchen todkrank wurde.

 

 

Der Name Kitca bedeutet auf polnisch "Kätzchen".

 

 

© 2009 - 2012 Barbara Eimbeck